Motorradfahren ist gefährlich: In der Schweiz werden dabei jährlich rund 1500 Personen schwer verletzt und bis zu 100 Menschen getötet. Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung hat in ihrer Studie "Verhalten, Einstellungen und Unfallerfahrungen von Motorradfahrern" fast 600 Motorradfahrer drei Mal innert zehn Jahren befragt, um mehr über ihre psychischen Merkmale herauszufinden und Risikofaktoren zu identifizieren.
Unfallbedingte Verletzungen von Motorradfahrern stellen sowohl in der Schweiz als auch in Europa und Übersee einen Unfallschwerpunkt dar. Das Risiko schwer verletzt oder gar getötet zu werden, ist um ein Mehrfaches höher als beispielsweise beim Autofahren. Neben der grundsätzlichen Gefährlichkeit dieses Fahrzeugtyps in einer vor allem auf den vierrädrigen Verkehr ausgerichteten Strassenraumgestaltung sind auch die besonderen psychischen Merkmale von Motorradfahrern (z.B. häufiges Vorkommen emotionaler Fahrmotive) als Gründe für diese Entwicklung zu prüfen.
Und genau hier setzt die Untersuchung an: Dank drei gestaffelten Befragungen konnte in einer aufwendigen Längsschnittstudie – unter anderem – erkannt werden, welche Risiko- bzw. Schutzfaktoren, die später einen Einfluss auf das Unfallgeschehen hatten, bereits von Anfang an bestanden. Rund 16 Prozent der fast 600 teilnehmenden Motorradfahrer erlitten innerhalb der zehn Jahre dauernden Studie mindestens einen Unfall mit Personenschaden, d.h. jeder Sechste musste sich während dieser Zeitspanne wegen eines Motorradunfalles in ärztliche Behandlung begeben. Insbesondere folgende Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit zu verunfallen: eine bessere Schulbildung, kurze Fahrerfahrung, hohe jährliche Kilometerleistung, Motorradfahren als Hobby und häufiges Missachten der Geschwindigkeitslimiten.
Interessant auch die Gründe, die dazu führen, ob jemand weiterhin Motorrad fährt oder damit aufhört. Die fast 150 Aussteiger gaben vor allem folgende Motive an: familiäre Gründe (35%), finanzielle Gründe (26%), mangelnde Bequemlichkeit (17%) und veränderte Verkehrsverhältnisse (16%). Bei den aktiven Motorfahrern handelt es sich mehrheitlich um Männer aller Altersgruppen. Wer schon lange Motorrad fährt, eine hohe Führerscheinkategorie besitzt, seine fahrerischen Fertigkeiten für gut hält und sehr häufig in der Freizeit unterwegs ist, gibt das Motorradfahren weniger oft auf als jene, die ihre Fertigkeiten kritisch einschätzen, die noch nicht so lange fahren und für die das Motorrad bloss ein Transportmittel ist.
Die Sicherheit beim Motorradfahren hängt aber nicht nur vom Menschen ab. Auch Faktoren wie beispielsweise der Fahrzeug- und Strassenbau sind wichtig. Diese äusseren Einflüsse werden in der vorliegenden Studie nicht abgedeckt, sind aber Thema einer umfassenden Analyse im "Sicherheitsdossier Motorradverkehr", welches die bfu im nächsten Jahr veröffentlichen wird.
Die vom Fonds für Verkehrssicherheit FVS finanziell unterstützte Studie "Verhalten, Einstellungen und Unfallerfahrungen von Motorradfahrern" kann als Zusammenfassung oder Vollversion heruntergeladen werden unter:
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Zusammenfassung (Forschungsnews)
Neue bfu-Publikumsbroschüre "Motorradfahren":
Motorradfahren – Für ein sicheres Fahrvergnügen