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25.11.2008 
Erste Schritte sind gemacht, aber es bleibt noch viel zu tun 
Evaluation des bfu-Modells Tempo 50/30 innerorts

Bis Ende 2006 wurden in der Schweiz insgesamt 2057 Tempo-30-Zonen bewilligt und 208 verkehrsorientierte Strassen umgestaltet. Diese Resultate ergab eine Evaluation des bfu-Modells Tempo 50/30 innerorts. Für die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung bloss ein erster Schritt in die richtige Richtung, denn es braucht noch einige Anstrengungen, um die unfallträchtigen Innerorts-Strassen (mit fast 17'000 Verletzten und 141 Getöteten im letzten Jahr) sicherer zu machen.

 

Das bfu-Modell Tempo 50/30 basiert auf der Unterscheidung des innerörtlichen Strassennetzes in siedlungsorientierte und verkehrsorientierte Strassen. Um letztere übergeordnete Strassen für den fliessenden Verkehr attraktiv und leistungsfähig zu erhalten, soll hier Tempo 50 generell gelten und die Sicherheit mit gestalterischen Massnahmen verbessert werden. Auf den Erschliessungs-strassen in Siedlungen hingegen soll die Höchstgeschwindigkeit gemeindeweit auf 30 km/h limitiert werden. Tempo 30 erhöht die Sicherheit und Wohnqualität in Quartieren. Tiefere Geschwindigkeiten führen zu ruhigerem Fahrverhalten und reduzieren Abgas- sowie Lärmemissionen. Die Anzahl und Schwere von Unfällen nimmt ab, die Wege für Schulkinder sind weniger gefährlich und die verletzlicheren Verkehrsteilnehmer fühlen sich sicherer. Und die Fahrzeuglenker verlieren trotzdem kaum Zeit.

 

Die bfu, das Schweizer Kompetenzzentrum für Unfallprävention, hat ihr Modell Tempo 50/30 innerorts evaluiert. Dabei hat sich gezeigt, dass deutlich mehr Tempo-30-Zonen existieren als angenommen, aber kaum verkehrsorientierte Strassen umgestaltet wurden. Die interessantesten Resultate:

 

  • Bis Ende 2006 wurden 2057 Tempo-30-Zonen bewilligt, wobei die markante Zunahme nach der Lockerung der gesetzlichen Grundlage im Jahre 2001 auffällt. Wurden 1995 erst 55 und 2000 bloss 62 neue Tempo-30-Zonen bewilligt, waren es 2005 schon deren 350! Die allermeisten Zonen weisen dabei – leider – nur sehr geringe Flächen auf (bis 0,14 km2). Das Potenzial ist nach wie vor sehr gross: Erst ein Viertel aller überbauten Bauzonenflächen sind mit Tempo 30 belegt.
  • Bis Ende 2006 wurden erst 208 verkehrsorientierte Strassen umgestaltet. Sie sind damit nicht nur sehr selten, sondern meist auch zu kurz (weniger als 400 Meter), um die angestrebte Wirkung zu entfalten. Das Potenzial ist riesig, sind doch innerorts erst 2% aller Kantonsstrassen mit den zusätzlichen Gestaltungselementen der entsprechenden Schweizer Norm versehen.
  • Das bfu-Modell Tempo 50/30 ist kaum je flächendeckend umgesetzt: Nur gerade 52 Gemeinden weisen beide Elemente auf; 113 Gemeinden haben lediglich umgestaltete verkehrsorientierte Strassen, 564 lediglich Tempo-30-Zonen. Somit haben rund 2000 vorwiegend kleinere Gemeinden bisher weder das eine noch das andere realisiert. Es gibt also tatsächlich noch viel zu tun ...

Link zur Studie "Prozess-Evaluation des bfu-Modells Tempo 50/30 innerorts: Umsetzung, Einstellungen und Kenntnis":

http://www.upi.ch/PDFLib/1154_74.pdf 

 

Publikumsbroschüre "Tempo-30-Zonen"
Fachbroschüre "Tempo-30-Zonen"

 
  
 


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