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09.06.2009 
Das Ziel: Mehr Sicherheit für Radfahrende 
bfu-Tagung an der Suisse Public

Fahrrad fahren schont die Umwelt und ist gesund. Ist es aber auch ungefährlich? Die Unfallstatistik zeigt: Jährlich werden im Strassenverkehr 900 Velofahrende schwer und 40 tödlich verletzt. Aus dem europäischen Vergleich ergibt sich, dass die Verkehrssicherheit in der Schweiz im Allgemeinen sehr hoch, in Bezug auf Radfahrende aber nur durchschnittlich ist. Es besteht also Handlungsbedarf. Grund genug für die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, dieses Jahr an der Fachmesse Suisse Public im Rahmen einer Tagung das Thema «mehr Sicherheit für Radfahrende» zu behandeln.

 

Jährlich ereignen sich in der Schweiz ca. 60 000 Fahrradunfälle, davon rund 30 000 auf der Strasse. Die bfu und Partnerorganisationen arbeiten intensiv darauf hin, dass eine zweckmässige Ausrüstung von Velofahrerinnen und Velofahrern zur Selbstverständlichkeit wird. Persönliche Schutzartikel – und insbesondere der Helm – tragen dazu bei, dass die Verletzungsschwere bei Unfällen reduziert wird. Sie verhindern aber keine Unfälle. Dazu müssen andere Massnahmen ergriffen werden.

 

Natürlich kann nicht jeder Ort gleich eine so umfassende Velo-Verkehrspolitik wie die «Fahrradstadt» Münster verfolgen, die von Stephan Böhme vom dortigen Stadtplanungsamt an der Tagung vorgestellt wurde. Oft sind es auch kleinere Schritte, die zum Ziel führen. Niklaus Schranz vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) präsentierte in seinem Referat diverse Elemente für sichere Veloinfrastrukturen in den Gemeinden. Sie reichen von Fragen der Verkehrsführung bis hin zu solchen des Baus, Betriebs und Unterhalts der Strassen.

Daneben spielt auch die Erziehung eine wichtige Rolle: Die bfu fordert seit längerem die Einführung einer institutionalisierten Verkehrserziehung für Kinder von der 1. bis zur 9. Klasse. Der Blick ins Ausland und namentlich nach Grossbritannien zeigt, dass ein Fahrradtraining für Kinder positive Wirkung haben kann, wenn es gut durchdacht ist. Christoph Müller, Sportexperte bei der bfu, stellte an der Tagung denn auch ein Fahrrad-Schulprojekt vor, das 2009/2010 in einigen Pilotschulen im Raum Bern durchgeführt wird und dessen Ziel es ist, Erfahrungen für ein effektives und nachhaltig wirksames Fahrrad-Training bei Kindern aufzubauen.

 

Das Fahrrad ist aber nicht nur ein Transportmittel, sondern auch ein Sportgerät. Mountainbike wird zunehmend zum Massenphänomen, und an allen möglichen und unmöglichen Orten entstehen mehr oder weniger wilde Parcours. Sehr häufig tragen sie den Anforderungen an die Sicherheit wenig bis überhaupt nicht Rechnung, wie Szenepionier Samuel «Noodlez» Hubschmid in seinem Referat erläuterte. Einen wichtigen Beitrag zu Verbesserung der Situation leistet das vom Bike-Experten Laurens van Rooijen verfasste bfu-Handbuch zur Realisierung von Mountainbike-Trails. Es wurde an der Tagung vorgestellt und kann ab sofort bei der bfu bezogen werden.

 

Die Präsentationen haben deutlich gemacht, dass es vielfältige Faktoren sind, die mehr Sicherheit für Radfahrende bringen. «Velounfälle können sehr schlimme Folgen haben. Die Tagung hat aber gezeigt, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, solch fatale Ereignisse zu verhindern», so das Fazit der bfu-Direktorin Brigitte Buhmann.

 

Downloads:

   Sicherheitsdossier «Fahrradverkehr – Unfallgeschehen, Risikofaktoren und   Prävention»

   Handbuch «Mountainbike Trails»

 

 

Zudem wurde an der Tagung das Handbuch «Planung von Velorouten» vorgestellt, das das Bundesamt für Strassen (ASTRA) zusammen mit der Stiftung «SchweizMobil» und dem Fonds für Verkehrssicherheit herausgegeben hat. Informationen dazu finden sich unter:

http://www.astra.admin.ch/dokumentation/00109/00113/00491/index.html?lang=de&msg-id=17327

 

 

 

 

1200 bfu-Sicherheitsdelegierte im Einsatz für die Sicherheit in den Gemeinden

Die bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung ist in über 1200 Gemeinden der Schweiz und Liechtensteins mit einem oder mehreren Sicherheitsdelegierten präsent. Es handelt sich dabei um Personen, die von den Gemeinden angestellt und durch die bfu aus- und regelmässig weitergebildet werden. Nebst Informationsaufgaben kommt den bfu-Sicherheitsdelegierten insbesondere eine beratende Funktion zu. Ob es nun um die Sicherheit auf Kinderspielplätzen, in Wertstoffsammelstellen oder bei Strassenquerungen geht: Die Sicherheitsdelegierten sind dank ihrer konstanten Weiterbildung, ihrer Erfahrung aus der Praxis und ihrer Verankerung in der Gemeinde bei Fragen rund um die Sicherheit oft die kompetentesten Ansprechpartner für Bevölkerung und Werkeigentümer. Auf der bfu-Website findet sich ein Verzeichnis der bfu-Sicherheitsdelegierten:

http://www.upi.ch/German/gemeinden/Seiten/Liste.aspx

 

 

 

 

 

 

 
  
 


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